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L'oreal, Estee Lauder und Henkel kaufen in Bremerhaven ein

Symex baut misch- und Homogenisierungsanlagen für die kosmetische Industrie 

Den richtigen Riecher auf dem Anlagen- und Maschinenbau-Markt hat das Unternehmen Symex GmbH & Co. KG bewiesen. Mit der Konstruktion, Herstellung und Wartung von Misch- und Homogenisierungsanlagen für die internationale pharmazeutische und kosmetische Industrie ist die Bremerhavener Firma innerhalb weniger Jahre zu einem der weltweiten Branchenführer in diesem Sektor aufgestiegen. Zur Kundschaft zählen solch bekannte Größen wie L'Oreal, Estee Lauder, Henkel, Schwarzkopf, Vichy, Jade und Kneipp Werke. 

Von einer derartig positiven Entwicklung hätten Firmengründer und Geschäftsführer Dr. Ing. Rüdiger-frank Boos und Johann Schröder 1997 nicht zu träumen gewagt. Mit einem fest angestellten Monteur wollten die beiden damals lediglich einen Kundendienst vom niedersächsischen Wanna aus ins Leben rufen. Doch das Vorhaben, Maschinen nur zu warten und zu reparieren, erschien ihnen bald eine Nummer zu klein. Dr. Ing. Boos und Schröder stellten personal ein und begannen selbst Anlagen für die kosmetische, pharmazeutische, chemische und Lebensmittelindustrie zu konstruieren und zu bauen. Mit zehn Beschäftigten zog der betrieb zwei Jahre nach Gründung von Wanna nach Bremerhaven um.
Am Bredenmoor 4, in logistisch bester Lage direkt am Hafen und Autobahnzugringer, expandierte Symex weiter und dient auf etwas 4000 Quadratmeter heute bereits 33 Menschen als Arbeitgeber. Zum Kerngeschäft hat sich die Konstruktion und Produktion von Misch- und Homogenisierungsanlagen aus Edelstahl für die kosmetik- und Pharmaindustrie entwickelt. Mit diesen Maschinen können Emulsionen, Gele, Pasten und Lotionen hergestellt werden – ein Wachstumsmarkt in einer Gesellschaft, in der Lifestyle, Gesundheit und Wellness ganz oben stehen.

Die positive Entwicklung spiegelt auch auch in den Umsätzen von Symex wieder: das Umsatzergebnis lag im Geschäftsjahr 2002 bei rund acht Millionen Euro und soll 2004 zehn Millionen Euro erreichen.
Symex produziert konventionelle Misch- und Homogenisieranlagen in den unterschiedlichsten Größen. Sie erhalten ein stabiles Rührwerk sowie einen druck- und vakuumfesten Behälter, der heiz- und kühlbar ist und sich durch einen Spezialverschluss sicher verschließen lässt. An der tiefsten Stelle des Behälters ist der Homogenisator nach Roto-Sator-Prinzip eingebaut. Unter Vakuum können direkt in den Einlaufbereich des Homogenisators flüssige und pulverförmige Stoffe eingebracht werden. Herstellen lassen sich damit Emulsionen, Öl-Wasser-Gemische und Fluide mit extrem unterschiedlichen Eigenschaften, die ansonsten ohne Zugabe von Emulgatoren nur schwer oder gar nicht miteinander vermischt werden können. Durch die Entwicklung der hohen Scherkräfte  mit dem Rotor-Sator-Sytem werden die Tröpfchen während des Dispersionsvorganges sehr stark zerkleinert. Die entstandene Oberfläche kann sofort von Emulgatormolekülen belegt werden und es bildet sich eine stabile Emulsion.
Bei der Kundschaft äußerst beliebt ist die kleinste Symex-Anlage: der Vier-Liter-Labormischer, der bis ins Detail einer großen Produktionsanlage entspricht. So ist es möglich, Versuchsergebnisse auf reale Mischanlagen zu übertragen. Darüber hinaus sind Homogenisatoren und Mischanlagen in allen erdenklichen Grüßen bis zum Maximum von 20.000 Litern erhältlich. Jede ist auf individuelle Wünsche zugeschnitten; Kunden können zuvor im Symex-Technikum unter tatsächlichen Produktionsbedingungen die optimale Anlagenform erproben und erhalten dabei fachkundige Unterstützung. Die Anlagen werden in Bremerhaven geplant und konstruiert, die von spezialisierten Fachfirmen gelieferten Einzelteile werden wiederum in der Seestadt bei Symex zu Mischanlagen montiert.

Als wichtige Zutat ihres Erfolgsrezepts sieht die Geschäftsführung die Innivationsfähigkeit der Firma. Sie will eine Kreativschmiede für Neuentwicklungen sein, beschäftigt zehn Konstrukteure undarbeitet mit den Hochschulen des Landes zusammen. Vor drei Jahren brachte die Symex-Entwicklungsabteilung eine der bedeutendsten Neuheiten der Mischtechnologie der vergangenen Jahrzehnte auf den Markt: den sogenannten Co-Twister-Homogenisator mit zwei Rotoren, durch eine entscheidende Verbesserung beim Homogenisieren erzielt wurde. Dadurch dass sich die beiden Rotoren sowohl im Gleichlauf als auch im Gegenlauf bewegen lassen, entstehen kontrollierte Scherwirkungen von 60 m/s. ,,Die davon unabhängige (Um)Pumpleistung ermöglicht Mischungen in bislang unbekannter Qualität – feiner, präziser, schneller, zuverlässiger, produktschonend und wartungsarm“, so Dr. Ing. Boos und freut sich über den guten Absatz des Co-Twisters, für den Symex ein Patent angemeldet hat. Gerade bei hoch sensiblen Stoffen sorgt dieser durch die flexible Abstimmung der Homogenisierwirkung für eine effiziente Produktherstellung.
Neben Lieferung und Montage garantiert die Bremerhavener Firma die Schulung des Kundenpersonals und die Wartung der Maschinen. Auch bei der ersten Produktion ist ein Symex-Mitarbeiter dabei. Durch weltweite Vertretungen sowie zwei Hauptlager in Deutschland und den USA kann auch im Ausland ein 24-Stunden-Ersatzteil-Service angeboten werden. Nicht unwichtig, da das Unternehmen rund 70 Prozent seiner Maschinen exportiert: hauptsächlich in die USA, aber auch nach Frankreich, in die Schweiz, nach England und Russland.

Als Zukunftsziel nennt Geschäftsführer Dr. Ing. Boos zunächst eine ,,räumliche Erweiterung“. Die Auftragslage hat Symex an seine Kapazitätsgrenzen gebracht, so dass nun überlegt werde, wie das Unternehmen künftig besser arbeiten kann. Die Stabilisierung des Wachstums, die Ausweitung der weltweiten Präsenz, weniger Reibungsverluste und das Vorantreiben von Innovationen sind weitere Ziele. Sollten sich die Dinge wie gewünscht entwickeln, steht neuen Arbeits- und auch Ausbildungsplätzen laut Dr. Ing. Boos nichts im Weg. 

Michaela Wehr  

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